Der Zerfall – s/t
Wave-Gitarren und FLIEHENDE STÜRME-Keyboardparts treffen zwischen EA80 und BLITZKID auf düstere Punktunes – dazwischen lassen frühe CHRISTIAN DEATH und die SUPER HEROINES grüßen. Die Debut-EP der Berliner Band DER ZERFALL ist ein Festmahl für Dark Punk-Fans.
Das besondere daran ist das Gefühlsbad: Den warmen wavelastigen Cleanparts lauert stets eine Punkexplosion auf. Der Erstling der Haupstädter – betitelt wie die Band selbst – kommt stellenweise als waschechte Kreuzung aus 45 GRAVE und THE CUREs “Pornography” aus den Lautsprechern. Mal treibt eine “Simon Gallup-Gedächtnis-Bassline” den Sound an (“Ich sein”), mal gibt es einen verstörenden Dschungel aus Samples und Effekten (“Die Vision”) und manchmal blitzt das “RUDIMENTARY PENI-Chaos” durch. Gekonnt moderiert und besungen wird der Stilmix von Sänger und Frontmann Sven Rebentisch, der dabei mit stellenweise gehässigem Tonfall Bilder von SCHORSCH KAMERUNs bösem Zwilling hervorruft.
So viel Name-Dropping hat DER ZERFALL allerdings nicht verdient. Die deutschen Texte handeln zwar von dunklen Gedanken und inneren Abgründen, umschiffen aber Eisberge wie triefendes Pathos oder peinliche Larmoyanz weiträumig. Technik und Produktion sind außerordentlich gut. Die Band hinterlässt schon beim ersten Hören eigene Fußstapfen auf dem Depro-Punk-Trampelpfad und spaziert auch mal links und rechts davon durch den Wald.
Kurz: Die meisten ihrer Genre-Kollegen lässt DER ZERFALL schon mit seinen ersten fünf Songs hinter sich.
Tracklist:
- Gott ist überall
- Ich sein
- Selbstjustiz
- Die Vision
- Suizid
Press Release: Der Zerfall (deutsch) (101.9 KiB, 488 hits)










Comments
One Response to “Der Zerfall – s/t”Trackbacks
Check out what others are saying...[...] Titel von The Dots stammen von ihrem neuen Album Fake Modern Love Songs, Der Zerfall ist mit dem gleichnamigen Album erst am Montag bei afmusic erschienen, die Musik von Gorowski [...]